6. März 2011

"Tiefdruck und Radierung"


Einer meiner Hobbys ist die Radierung, die mit Hilfe des Tiefdruckverfahrens erstellt wird.
Der Tiefdruck zählt zu den weitverbreitetsten druckgrafischen Techniken.
Gearbeitet wird mit einer Kupfplatte, aber auch Zinkplatten sind möglich.

Als erstes muss die Platte vorbereitet werden, der Facettenrand muss gefeilt werden, in einem 45° Winkel, das ist wichtig damit sich die scharfen Kanten später nicht in das Papier oder den Druckfilz schneiden. 
Anschließend wird die Kupferplatte mit feiner Stahlwolle poliert, so können evt. vorhandene Kratzer noch auspoliert werden. 
Danach muss die Platte mit Terpentin gesäubert werden. 

Nun gibt es die Möglichkeit der Kaltnadelradierung, hier wird das Motiv mit Hilfe einer Radiernadel direkt in die Platte geritzt.

Die Kupferplatte kann aber auch mit Aspahltlack abgedeckt werden, hier wird das Motiv dann auf die Platte übertragen, entweder direkt oder mit Pauspapier. 
Nun kann auch hier das Motiv mit Hilfe einer Radiernadel in die Kupferplatte geritzt werden, der Aspaltlack wird  bei der Technik nur angeritzt.

Anschließend kommt die Kupferplatte in ein Eisenchloridbad, dort wird das Motiv bzw. die von mir geritzten Striche, Linien etc. tiefer geätzt.
Bei diesem Verfahren muss auch die Rückseite der Platte mit Asphaltlack geschützt werden. Denn dort wo kein Apshaltlack ist, greift die Säure die Kupferplatte an.

Nun besteht die Möglichkeit mehrere Graustufen in dem Bild ein zu arbeiten, mit dem sogannten 
Aquatintaverfahren. 

Hier muss überlegt werden welche Flächen auf dem Motiv hell und welche dunkel werden sollen . 

Die Stellen die hell bleiben sollen werden wieder mit Asphaltlack abgedeckt.
Nun wird die Platte mit Kolophoniumpulver bestreut und erhitzt, so das es schmilzt und dann wieder geätzt. 

Die von mir zuvor abgedeckten Stellen sind vor der Säure wieder geschützt. Je feiner das Pulver desto feiner auch die Graustufen. Die Säure ätzt in in diesem Fall in den Zwischenräumen des Kolophonium Pulvers.

Ich kann mit mehreren Graustufen arbeiten, dafür werden erneut Flächen abgedeckt die heller bleiben sollen, dann wieder geätzt usw. Meist ist ein erneutes Bestäuben mit dem Pulver nicht nötig.


Sind die gewünschten Graustufen erreicht muss ich die Platte gründlich von dem Kolophonium und dem Asphaltlack reinigen, dies geschieht mit Spiritus und Terpentin. 



 
 

 Nun wird die Platte mit den gewünschten Farben eingefärbt, hierfür wird Tiefdruckfarbe verwendet. 

Die Kupferplatte wird auf eine Wärmeplatte gelegt, damit sie sich leicht erhitzt und die Tiefdruckfarbe sich besser verteilt und vor allem auch in die vertiefungen geht. 
Die Farbe wird großzügig, fast verschwenderisch auf die Kupferplatte verteilt, und anschließend mit Hilfe von Gaze, 


Papier und dem Handballen (hierbei dauert es Tage bis die Farbe gänzlich  wieder von meinem Handballen verschwunden ist) ausgewischt. 

Hierbei muss darauf geachtet werden das nicht zu viel Farbe ausgewischt wird, aber auch nicht zu viel Farbe stehen bleibt. 

Wenn ich mit dem einfärben fertig bin, Walze ich meine Motive immer ganz gerne mit Gold über, ich finde das gibt der Radierung noch mal eine besondere Note. 


 Zum Schluss wird noch der Facettenrand mit einem Lappen gesäubert, und dann wird das Motiv mit Hilfe einer Radierpresse auf Büttenpapier gedruckt. 

Dafür wird das Büttenpapier in der gewünschten Größe in die Presse eingespannt und die Kupferplatte mit dem Motiv nach oben zeigend auf den Untergrund gelegt. 
Ist alles in richtiger Position, wird mit Hilfe des Sternrades der Drucktisch unter die Unterwalze bewegt und durch das Gewicht der Walze wird das Motiv auf das Büttenpapier gepresst bzw. gedruckt.

Mit der Kupferplatte können nun einige Drucke gefertigt werden, aber nicht zu viele. Den mit jedem Druck verschließen sich die gätzten Linien, irgendwann werden die Drucke immer schlechter. Ich Drucke immer eine Auflage von 20 Stück, das reicht, finde ich. Aber es gibt auch Künstler die weit aus größere Auflagen Drucken.
Und am Ende präsentiere ich euch noch meine Radierung. Eine Radierung in der Technik der Aquatinta, in verschiedenen Graustufen ausgearbeitet und am Ende mit Gold übergewalzt.