17. November 2010

"November"


Solchen Monat muss man loben;
Keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein.
und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist ´ne wahre Pracht. Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind.
Wie der Sturm sie jagt und zwirbetl
und sie durcheinander wirbelt
und sie hetzt ohn´Unterlass;
Ja, das ist Novemberspaß!
O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch unvernünft'ges Toben
Schon im voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Gräuel schauen zu!

Heinrich Seidel
 

Kommentare:

  1. Hallo Ruth,
    ein wunderschönes Gedicht!
    Seid wir (wieder) auf den Hund gekommen sind nehme ich die Jahreszeiten viel bewußter wahr. Nach einem Spaziergang im oben beschriebenen Wetter fühlt man diese Worte.

    Lg Ulla

    P.S. ich wünsche dir Morgen viel Spaß beim Nähkurs

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  2. Hallo Ulla,

    dieses Gedicht habe ich im Internet gefunden, und ich fand es so schön das ich es hier unter "gefundenes" gepostet habe. Schnell noch ein Foto aus dem Fenster gemacht ...
    Viele schimpfen über den November, aber ich finde auch er hat seine Reize.

    Oh ja, morgen fängt mein Kurs an, vielen Dank :o) ... ich bin sehr gespannt.

    LG

    Ruth

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